Chardonnay Prestige Brut Nature von Griesel Sekt ohne jede Dosage
Chardonnay Prestige Brut Nature 2020 von Griesel Sekt ist ein Blanc de Blancs aus reinem Chardonnay der Hessischen Bergstraße, vierunddreißig Monate auf der Hefe gereift. Am Ende kommt kein Gramm Zucker dazu, und gefüllt wurden nur 3.000 Flaschen.
Chardonnay Prestige Brut Nature 2020 ist der dosagefreie Jahrgangssekt von Griesel Sekt aus Bensheim, gewachsen auf den kargen Granitböden der Hessischen Bergstraße. Blanc de Blancs heißt weiß aus Weiß, ein Sekt also allein aus hellen Trauben, und hier steht dafür reiner Chardonnay ohne jeden Verschnitt. Brut Nature heißt, dass nach dem Degorgieren nichts mehr nachgesüßt wird – der Sekt muss aus Frucht, Säure und Hefereife allein bestehen können.
Birne, Mandelblüte und ein Hauch Matcha
Er duftet nach saftiger Birne und Apfelkompott, dazu treten Mandelkern und Mandelblüte, bis frische Brioche die Runde schließt.
Am Gaumen fällt zuerst die Perlage auf, so fein, dass sie eher polstert als prickelt. Darunter zieht die Säure einen geraden Strich, begleitet von einer leicht herben Note zwischen Matcha und Gartenkräutern. Ganz am Schluss bleibt eine kreidige Mineralität stehen, wie sie karge Böden gern hinterlassen.
Austern und rohem Fisch begegnet er auf Augenhöhe, ebenso einem Kalbstatar oder jungem Ziegenkäse. Weil ihm das Zuckerpolster fehlt, verträgt er auch Zitrone und Essig, an denen mildere Sekte scheitern. Serviert wird er im Tulpenglas, das ihm den Raum lässt, den die Aromatik braucht.
Warum am Ende kein Gramm Zucker dazukommt
Die meisten Sekte bekommen beim Degorgieren eine Dosage mit, eine kleine Menge Zucker, welche Kanten glättet und Lücken füllt, während Brut Nature genau darauf verzichtet.
Das geht nur mit Grundwein, der nichts zu verstecken hat. Die Chardonnay-Trauben wurden im September 2020 von Hand gelesen und so behutsam gepresst, dass nur etwa die Hälfte des Saftes aus den Beeren läuft – alles Weitere brächte Gerbstoff mit und damit eine gröbere Perlage.
Mit 7,2 Gramm Säure je Liter hat der Sekt Zug, und weil auch beim Degorgieren kein Schwefel zugegeben wurde, steht er so im Glas, wie der Keller ihn entlassen hat.
Vierunddreißig Monate auf der Hefe
Im Keller geben Niko Brandner und Kellermeisterin Rachele Crosara den Dingen Zeit. Die Moste vergären spontan, durchlaufen den biologischen Säureabbau und reifen anschließend zu drei Vierteln im Edelstahl, der Rest im kleinen Barrique.
Im August 2021 kam der Wein weder filtriert noch geschönt auf die Flasche, zusammen mit der Tirage für die zweite Gärung. Danach lagen vierunddreißig Monate Ruhe vor ihm, in denen sich die Perlage verfeinert und jene Brioche-Note bildet, für welche langer Hefekontakt steht. Erst im Juni 2024 flog die Hefe aus der Flasche.
Beim Falstaff Sparkling Special 2024 kam der Chardonnay Prestige mit 94 Punkten auf den dritten Platz seiner Kategorie. Von 3.000 Flaschen ist das eine überschaubare Menge Glück. Daneben stehen der Blanc de Noirs aus der Tradition Linie und der Pinot Blanc Prestige, und unter allen Schaumweinen findest du weitere Flaschengärungen.