Rosé Tradition Brut von Griesel Sekt kupfern und herb
Rosé Tradition Brut 2021 von Griesel Sekt ist ein Rosé-Sekt aus Pinot Noir und Pinot Meunier, dessen Farbe erst bei der Vermählung entsteht. 6,7 Gramm Säure und 4 Gramm Dosage je Liter ergeben ein trockenes, griffiges Bild.
Rosé Tradition Brut 2021 ist der Rosé aus der Tradition-Linie von Griesel Sekt, seit dem Frühjahr 2024 im Verkauf und seither in der Flasche weitergereift. Rosa ist er dabei nie gewesen, denn seine Farbe geht ins Kupferne.
Rhabarber kleine Gartenerdbeere und weiches Fladenbrot
Rhabarber trifft zuerst ein, in jener sauren Phase kurz vor der Reife, dann folgen kleine Gartenerdbeeren von der Art einer Mieze Schindler und rote Johannisbeeren ohne Zucker. Orangenblüte und ein kräutriger Ton stehen darüber, weiches Fladenbrot liegt darunter.
Die Perlage kommt mit Druck und legt sich breit auf die Zunge, während darunter eine mineralische Griffigkeit stehen bleibt, welche den ganzen Schluck über zusammenhält und ihn vor jeder Weichheit bewahrt. Süße bemerkst du keine, dafür viel Saft, und bei 12 Prozent Alkohol bleibt er dabei leicht auf den Beinen.
Lammkoteletts vom Rost halten seiner Frucht stand, ebenso Melone mit Schafskäse oder ein Tomatensalat mit Sardelle. Salz und Röstaromen vertragen sich mit ihm besser als alles Süße, weshalb er beim Dessert wenig zu suchen hat.
Erst weiß gekeltert dann rot ergänzt
Für die Farbe eines Rosés gibt es zwei Wege, und Griesel Sekt geht hier den zweiten. Statt die Häute im Most ziehen zu lassen, werden Pinot Noir und Pinot Meunier zunächst weiß gekeltert, sodass ein heller Wein aus roten Trauben entsteht.
Erst bei der Vermählung kommt ein Anteil Rotwein hinzu, gerade so viel, dass die Farbe kippt. Weil sie aus fertigem Wein stammt und nicht aus langer Standzeit auf der Maische, bleibt sie blass und zieht ins Kupferne, weit weg von jedem grellen Pink.
Die Gärung setzte ohne Zutun ein. Im biologischen Säureabbau verlor der Wein danach seine harte Apfelsäure. Vom Grundwein gingen anschließend vier Fünftel in den Edelstahl und ein Fünftel ins Holz. Am 15. Juli 2022 kam die Tirage dazu, und zwischen Fass und Flasche lag kein Klärschritt.
Was nach dem Degorgieren noch passiert
Zwanzig Monate später wurde der Hefepfropf beim Degorgieren aus dem Flaschenhals geschossen, und Ende März 2024 kam der Rosé Tradition in den Handel. Damit endet seine Reifung aber nicht, sie wechselt nur ihre Art.
Auf der Hefe schützt der Hefesatz den Sekt und gibt ihm Brot und Cremigkeit. Nach dem Degorgieren fällt dieser Schutz weg, und der wenige Sauerstoff, welcher durch den Verschluss arbeitet, führt die Aromen langsam in eine andere Richtung.
Die rote Frucht tritt dabei zurück, die 6,7 Gramm Säure verlieren ihre Spitze, und an ihre Stelle rücken Nuss, Trockenblüte und die Kruste von frischem Brot. Die 4 Gramm Dosage tragen ihn durch diese Phase weiter, als eine ganz trockene Fassung es täte.
Dieselben zwei Sorten stecken im Blanc de Noirs Tradition, nur ohne den späteren Schuss Rotwein. Eine ganz andere Richtung schlägt der Riesling Tradition 2021 ein, und alles, was sonst noch im Sortiment perlt, findest du beieinander. Zeit ist bei ihm keine Gefahr, sondern eine Zutat, welche erst nach dem Verkauf zu wirken beginnt.