Rosé Prestige Extra Brut von Griesel Sekt puristisch und saftig
Rosé Prestige Extra Brut 2019 von Griesel Sekt ist ein Rosé-Sekt aus Spätburgunder, dem ein kleiner Anteil Rotwein aus einer Réserve perpétuelle beigegeben wurde. Der Wine Advocate bewertete ihn mit 93 Punkten, gefüllt wurden 4.290 Flaschen.
Rosé Prestige Extra Brut 2019 ist der Rosé-Jahrgangssekt von Griesel Sekt aus Bensheim an der Hessischen Bergstraße, gelesen im September 2019 und im Juni 2023 degorgiert. Extra Brut heißt, dass höchstens sechs Gramm Restzucker je Liter erlaubt sind, und hier sind es gerade einmal zwei.
Mieze Schindler, Rhabarber und Orangenblüte
Er duftet nach kleinen roten Erdbeeren von der Art einer Mieze Schindler, dazu kommen süßsaurer Rhabarber und rote Johannisbeeren.
Darüber legen sich zarte Orangenblüte und ein kräutriger Zug, und ganz hinten steht weiches Fladenbrot aus der langen Hefereife. Am Gaumen arbeitet die Perlage druckvoll, das Mundgefühl bleibt mineralisch und griffig, und von Süße ist nichts zu bemerken.
Vitello tonnato und gegrillte Garnelen stehen ihm gut, ebenso ein Teller Serranoschinken oder gebratener Rotbarbe. Weil ihm die Süße fehlt, wird er auch am Ende einer Flasche nicht klebrig, sondern bleibt so trinkbar wie im ersten Glas. Zum Dessert taugt er dagegen wenig, dafür ist er zu geradlinig gebaut.
Ein Schuss Rotwein aus dem ewigen Fass
Die meisten Roséweine entstehen, indem der Most kurz auf der Beerenhaut liegen bleibt und Farbe zieht. Griesel Sekt geht hier den anderen Weg.
Die Reben stehen an der Bergstraße auf magerem Granitsand, der kaum Wasser hält und den Trauben ihre Säure lässt. Gelesen wird von Hand, vergoren mit den Hefen, die ohnehin auf den Beeren sitzen. Zuerst wird der Spätburgunder weiß gekeltert, es entsteht also ein heller Wein aus roten Trauben. Erst bei der Vermählung kommen fünf Prozent Rotwein hinzu, gerade genug für die Farbe, und dieser Rotwein stammt aus einer Réserve perpétuelle.
Eine solche Réserve ist ein Fass, das nie ganz geleert wird. Was entnommen wird, füllt der nächste Jahrgang wieder auf, sodass mit jedem Jahr ein wenig mehr Geschichte im Fass steht. Der Rosé trägt damit mehr als einen Jahrgang in sich, auch wenn nur 2019 auf dem Etikett steht.
Kupferner Schimmer statt Bonbonrosa
Weil die Farbe aus wenig Rotwein kommt und nicht aus langer Maischestandzeit, bleibt sie hell und geht ins Kupferne, dorthin, wo auch die alten Champagner-Rosés stehen.
Gut drei Fünftel der Grundweine reiften im Holz, der Rest im Edelstahl, was für einen Rosé ein ungewöhnlich hoher Holzanteil ist. Nach der Füllung im Juli 2020 lagen vierunddreißig Monate auf der Feinhefe an, mit dem üblichen Rütteln, bis die Hefe im Juni 2023 die Flasche verließ.
Zwei Gramm Dosage und 7,2 Gramm Säure je Liter ergeben ein Gerüst, das Stephan Reinhardt im Wine Advocate 93 Punkte wert war. Daneben stehen der Rosé Prestige aus 2020 und der Pinot Noir Prestige desselben Jahrgangs, aus dem er zum größten Teil besteht. Weitere Flaschengärungen findest du bei den Schaumweinen.