Grande Cuvée Exquisit von Griesel Sekt aus vier Burgundersorten
Grande Cuvée Exquisit 2019 von Griesel Sekt ist das Flaggschiff des Hauses, eine Cuvée aus Pinot Noir, Pinot Blanc, Chardonnay und Pinot Meunier. Sechsundvierzig Monate lag sie auf der Hefe, gefüllt wurde ohne Dosage in 2.870 Flaschen.
Grande Cuvée Exquisit 2019 ist der Spitzensekt von Griesel Sekt aus Bensheim an der Hessischen Bergstraße, zusammengesetzt aus vier Rebsorten und ohne jede Dosage abgefüllt. Wo die anderen Sekte des Hauses eine Sorte oder zwei zeigen, treten hier vier an, jede mit einer anderen Aufgabe.
Grüner Apfel, Quitte und kandierte Kumquat
Der Duft beginnt bei grünem Apfel und reifer Quitte, dann kommen kandierte Kumquats dazu und ein Hauch Jasmin.
Dahinter liegt frischer Hefezopf, jene Bäckerei-Note, die erst nach Jahren auf der Hefe entsteht. Am Gaumen ist die Perlage so fein, dass sie das Mundgefühl weich macht statt es aufzurauen, und darunter zieht die Säure klar durch. Am Ende bleiben eine herbe Würze aus dem Holz und eine Frische, die zum nächsten Schluck einlädt.
Jakobsmuscheln und Poularde in Rahmsauce stehen ihm gut, ebenso ein alter Comté. Das ist kein Sekt für nebenbei, sondern einer, den du zum Essen stellst und über den Abend begleitest.
Vier Sorten, die einander stützen
Eine Cuvée ist keine Notlösung, sondern eine Rechnung. Zwei Fünftel Pinot Noir geben Körper und Struktur, ein Viertel Pinot Blanc bringt Ruhe, ein Fünftel Chardonnay setzt die Säure und den Zug.
Der Rest ist Pinot Meunier, jene oft übersehene Sorte, die im Sekt für Fülle und frühe Zugänglichkeit sorgt. Zusammen ergibt das ein Bild, das keine der vier allein zeichnen könnte.
Cuvée meint hier die Mischung der Sorten, nicht die der Jahrgänge. Bei Sekt wäre auch das erlaubt, und in der Champagne gehört der Verschnitt mehrerer Jahre zum Konzept, während er bei deutschem Winzersekt die Ausnahme bleibt. Diese Flasche trägt das Jahr 2019 auf dem Etikett, und dabei bleibt es.
Die Trauben für alle vier Sorten wachsen an der Bergstraße, wo verwitterter Granit für karge, durchlässige Böden sorgt und der Wind aus dem Odenwald die Nächte kühl hält. Gelesen wurde im September 2019 von Hand, gepresst so zurückhaltend, dass nur die erste, sanfte Hälfte in den Tank läuft.
Anschließend vergärt jeder Grundwein für sich, sieben Zehntel im Edelstahl, drei Zehntel im Tonneau, jenem 500-Liter-Fass, das Holz gibt, ohne zu dominieren. Exquisit heißt bei Griesel Sekt die oberste Stufe, die Grande Cuvée entsteht nur in Jahren, die es hergeben, und 2019 ist erst ihr dritter Jahrgang.
Sechsundvierzig Monate im Dunkeln
Am 19. Juli 2020 kam die Cuvée auf die Flasche, ohne dass je ein Filter oder ein Schönungsmittel daran gewesen wäre, zusammen mit der Tirage für die zweite Gärung. Was dann folgte, ist das längste Hefelager im regulären Sortiment.
Fast vier Jahre lag sie im alten Bensheimer Keller, wurde gerüttelt und nach und nach auf den Kopf gestellt, bis im Juni 2024 degorgiert wurde, wieder ohne Schwefelgabe. Mit 7,5 Gramm Säure je Liter liegt sie über allen anderen Sekten des Hauses, und genau diese Säure hält die vier Sorten zusammen.
Vom selben Jahrgang gibt es eine später degorgierte Füllung mit 59 Monaten auf der Hefe, und der Jahrgang 2018 zeigt, wie unterschiedlich zwei Jahre ausfallen können. Alle Flaschengärungen stehen bei den Schaumweinen.