Blanc de Noirs Tradition Brut von Griesel Sekt rauchig und saftig
Blanc de Noirs Tradition Brut 2021 von Griesel Sekt ist ein Winzersekt aus zwei roten Sorten, welche hell gekeltert wurden, gelesen zu hundert Prozent von Hand an der Hessischen Bergstraße. Zwanzig Monate Feinhefe, 7,0 Gramm Säure und 2 Gramm Dosage je Liter halten ihn trocken.
Blanc de Noirs Tradition Brut 2021 ist der Sekt von Griesel Sekt, für welchen zwei rote Sorten weiß gekeltert werden. Von der Beerenhaut soll Struktur ins Glas kommen und keine Farbe. Darüber entscheidet schon der Schnitt in der Rebzeile.
Geräucherter Speck über Birnenchutney und Wacholder
Reifer roter Apfel und eingekochte Birne eröffnen den Duft, dann schieben sich Rosmarin und Wacholder davor. Zuletzt liegt warmes Laugengebäck darunter, über das jemand geräucherten Speck gelegt hat.
Die Perlage drückt und füllt den Mund aus, die Würze zieht hinterher wie ein zweiter Ton. Er ist vielschichtig gebaut und behält bei 12 Prozent Alkohol trotzdem seinen Zug, und was am Schluss bleibt, ist Saft und eine Spannung, welche nicht abreißt.
Knuspriger Schweinebauch hält seinem Druck stand, ebenso gebratene Pfifferlinge oder eine in Miso glasierte Aubergine. Weil er Rauch und Würze selbst mitbringt, verträgt er auch einen scharf gewürzten Teller.
Warum die Beere unversehrt zur Presse muss
Handlese heißt bei Sekt mehr als eine schöne Formulierung auf dem Etikett. Ein Vollernter schlägt die Beeren vom Stock, und viele platzen dabei auf. Der Saft steht dann schon auf dem Anhänger offen an der Luft.
Im September 2021 wurden die Trauben zu hundert Prozent von Hand geschnitten, in Kisten gelegt und ganz zur Presse gefahren. Erst dort gehen die Beeren auf, sodass vor der Presse kein Tropfen austritt und die Haut jene Farbe, welche sie trägt, nicht an den Most abgeben kann.
Das ist die eigentliche Bedingung für einen hellen Sekt aus roten Trauben, denn Farbe und Gerbstoff sitzen allein in der Schale und nicht im Saft. Abgepresst wird danach nur etwa jeder zweite Tropfen, mehr holt Griesel Sekt aus den Beeren nicht heraus.
Stahl gibt Klarheit das Barrique gibt Breite
Im Keller läuft die Gärung ohne zugesetzte Hefe an, und danach folgt der biologische Säureabbau. Dabei wird aus der harten Apfelsäure die weichere Milchsäure, was dem Sekt sein rundes Mundgefühl gibt. Gut fünf Sechstel des Grundweins reifen im Edelstahl, der Rest liegt im kleinen Barrique.
Der Stahl hält die Frucht klar und kühl, das Holz gibt Breite und einen Hauch Gerbstoff dazu. Fünf Prozent der Cuvée sind Reserveweine aus früheren Jahrgängen, welche dem 2021er Tiefe geben, ohne dass er nach Alter schmeckte.
Am 27. Juli 2022 kam er mit der Tirage auf die Flasche, und nichts wurde ihm vorher entzogen. Danach lagen zwanzig Monate Feinhefe an, bis das Rütteln den Hefesatz in den Hals führte und das Degorgieren ihn hinauswarf, sodass er Mitte März 2024 in den Verkauf ging.
Aus demselben Herbst stammen der Riesling Tradition 2021 und der Blanc de Blancs mit den weißen Sorten, und das übrige Schaumweinregal steht daneben. Wer die Beere ganz zur Presse bringt, bezahlt das in Arbeitsstunden und bekommt es in Feinheit zurück.