Blanc de Blancs Tradition Brut von Griesel Sekt aus zwei hellen Sorten
Blanc de Blancs Tradition Brut 2021 von Griesel Sekt ist ein weiß gekelterter Sekt aus zwei weißen Sorten, aus Chardonnay und aus Weißburgunder. Zwanzig Monate Feinhefe, eine Dosage von 2 Gramm je Liter und drei verschiedene Gebindearten stehen dahinter.
Blanc de Blancs Tradition Brut 2021 ist der Weiß-aus-Weiß-Sekt aus der Tradition-Linie von Griesel Sekt, gewachsen an der Hessischen Bergstraße. Der Chardonnay sorgt darin für Länge und Zug, der Weißburgunder für Ruhe und Fülle, und beides zusammen ergibt einen Sekt, welcher nichts beweisen muss.
Birne Mandelblüte und ein herber Zug Matcha
Der Duft öffnet mit saftiger Birne und Apfelkompott, dazu kommen Mandelkern und Mandelblüte. Frische Brioche legt sich darunter und verrät, wie lange dieser Sekt auf seiner Hefe gelegen hat.
Die Perlage ist auffallend fein und erzeugt ein wohlig weiches Mundgefühl, welches über den ganzen Schluck hinweg trägt. Darunter läuft der Zug der Säure weiter, begleitet von leicht herben Noten nach Matcha und grünen Kräutern, und was zuletzt bleibt, ist Frische und ein kreidiges Gefühl auf der Zunge.
Steinbutt aus dem Ofen kommt ihm entgegen, ebenso glasierter Kohlrabi oder eine Brandade auf geröstetem Brot. Gerichte mit Butter und ohne laute Würze lassen ihm den Raum, welchen er für seine leisen Töne braucht.
Jede Sorte der Linie hat ihre Aufgabe
Die Tradition-Linie bringt im Jahrgang 2021 vier Sekte auf den Tisch, und keiner davon wiederholt einen anderen. Der Riesling steht für Säure und Kante, der Blanc de Noirs für Rauch und Druck, der Rosé für rote Frucht ohne jede Süße.
Der Blanc de Blancs übernimmt darin die feinste und stillste Rolle. Er hat weder Farbe noch Kraft vorzuweisen und lebt allein von seiner Textur, welche aus zwanzig Monaten Hefelager und aus dem Ausbau in drei Gebinden stammt.
Zur selben Vierergruppe gehören der Blanc de Noirs aus roten Trauben und der Rosé Tradition 2021, und die weitere Auswahl an Sekten schließt sich an. Wer die vier nebeneinander öffnet, hört vier verschiedene Stimmen aus einem einzigen Herbst.
Kreide aus Stahl Stückfass und Barrique
Im September 2021 kamen die Trauben von Hand herein. Beim Pressen wird früh aufgehört, sodass rund die Hälfte des Safts gar nicht erst herauskommt und die groben Bestandteile der Schale im Trester zurückbleiben.
Die Grundweine vergären spontan und gehen anschließend durch den biologischen Säureabbau, welcher der Cuvée ihre Cremigkeit gibt. Gut zwei Drittel reifen im Edelstahl, ein Fünftel im großen Stückfass und ein Zehntel im Barrique, und acht Prozent der Cuvée sind Reserveweine aus früheren Jahren.
Das Stückfass gibt Luft ohne Holzgeschmack, das Barrique ergänzt eine Spur Röstung, und der Stahl hält alles zusammen. Diese kreidige Mineralität stammt also nicht aus einem einzelnen Kellergriff, sondern aus dem Nebeneinander dreier Gebinde.
Am 30. Juli 2022 ging er mit der Tirage auf die Flasche und kam so hinein, wie er im Fass gestanden hatte. Zwanzig Monate lag er danach auf der Feinhefe und wanderte beim Rütteln langsam in die Kopfstellung. Im März 2024 ging er dann in den Verkauf. Zurückhaltung ist bei ihm keine Schwäche, sondern die Rolle, welche er in dieser Linie übernommen hat.