Melothria Gurken von Erich Stekovics, winzig und gestreift
Melothria Gurken von Erich Stekovics sind winzige gestreifte Früchte, die aussehen wie Wassermelonen im Miniaturformat und in Weinessig mit Zucker und Salz eingelegt werden. Außen bleiben sie knackig, innen werden sie weich, und im Geschmack liegen sie näher bei Kapern als bei Salatgurken.
Melothria Gurken sind die eingelegte mexikanische Minigurke von Erich Stekovics vom Neusiedler See im äußersten Osten Österreichs, hellgrün gestreift und höchstens drei Zentimeter lang. Von Hand werden Stiel und Blütenrest entfernt, bevor die Früchte geschichtet und mit dem Sud übergossen werden.
Knackig außen, süßsauer im Kern
Zuerst fällt das Aussehen auf, denn jede Frucht trägt die Zeichnung einer Wassermelone im Kleinformat und ruht hell auf dunkelgrün gezeichnet im Sud. Wer sie zum ersten Mal sieht, schaut zweimal hin und greift dann doch zu.
Der Biss bringt ein Doppelspiel: Die Schale knackt fest, der Kern gibt sofort nach und schmeckt beinahe wie reifes Obst. Im ersten Moment steht Gurke im Vordergrund, im zweiten kommt eine Säure dazu, die an Kapern und an junge Stachelbeeren denken lässt.
Der Weinessig bleibt mild, Zucker und Salz halten ihn in der Mitte, sodass die eigene Würze der Frucht vorn bleibt. Nach Wochen im Sud steht die Zeichnung noch genauso da, und das Glas bleibt ein Blickfang im Regal.
Auf das Antipastibrett und in kalte Gerichte
Streu eine Handvoll über einen Salat, dann übernehmen die Winzlinge die Rolle, die sonst Kapern spielen.
Neben Käse, Aufschnitt und Oliven stehen sie auf jedem Jausenbrett, und auf einem Frischkäsebrot sorgen sie für Gesprächsstoff, bevor der erste Bissen genommen ist. Zu kaltem Braten oder in ein Tatar gehackt bringen sie Säure ohne Schwere. Auf einem Spieß neben Käsewürfeln übernehmen sie den Platz der üblichen Silberzwiebel.
Auch am Rand eines Aperitifs machen die gestreiften Früchte Eindruck, aufgespießt oder einfach in einer Schale gereicht. Halte den Sud im Glas, sonst trocknen die letzten Stücke rasch aus und verlieren ihre Zeichnung.
Melothria, eine Verwandte der Melone
Botanisch gehört Melothria scabra zu den Kürbisgewächsen und damit in dieselbe Familie wie Melone, Zucchini und Gurke. Aus Mexiko und Mittelamerika stammt die Pflanze, wo sie als Mausemelone bekannt ist und seit Jahrhunderten in Gärten wächst.
Sie rankt in dünnen Trieben mehrere Meter hoch und trägt viele kleine Früchte, die alle einzeln gepflückt werden müssen. Genau daran liegt es, dass diese Rarität im Handel praktisch nicht vorkommt, denn maschinell ist hier nichts zu machen. Erich Stekovics erntet früh, weil die Frucht mit zunehmender Größe an Biss verliert und weich wird.
Ihre Verwandtschaft mit der Melone erklärt auch das weiche Innere, das man bei einer Gurke so nicht erwartet. Erich Stekovics baut die Pflanze am Neusiedler See an, wo sie den langen, warmen Sommer bekommt, den sie braucht.
Eine Rarität für neugierige Gäste
Kaum ein anderes Glas löst am Tisch so schnell Fragen aus. Wer Gäste bewirtet und etwas sucht, das ganz ohne Ansage wirkt, liegt hier richtig. Bei den Raritäten von Erich Stekovics warten daneben die kräftigen Salzgurken.
Inhalt 140 g – Abtropfgewicht 65 g